50 Jahre Grenzlandhalle Summerau

50 Jahre Grenzlandhalle Summerau.

Um die Feuerwehr Summerau mit notwendigen Geräten auszurüsten war es auch früher schon notwendig Festveranstaltungen abzuhalten. Dazu wurde in den frühen 70er Jahren ein sogenanntes Gartenfest im „Schigl-Garten“ abgehalten. Bei den Festen gab es Attraktionen wie die eines Schießstandes, die Kegelbahn, Bratwürstl, das sogenannte „Einsperren lassen“, bei dem man Personen (meist Frauen) in eine Laube „einsperren“ ließ und sie gegen ein Getränk wieder auslösen konnte. Leider waren in den Jahren 1973, 74, 75 die Feuerwehrfeste immer verregnet. Deshalb entstand der Plan eine Überdachung der Fläche im Schigl Garten anzubringen. Dabei wurden alle möglichen Varianten durchgedacht. Eine davon war, Masten, die bei den ÖBB ausgemustert wurden, als Säulen aufzustellen und darauf ein Dach zu setzen. Vorher musste aber auch noch ein Vertrag mit dem Grundeigentümer, der Familie Pröll, abgeschlossen werden. .

Die Summerauer-Buam waren zu diesem Zeitpunkt als Musikgruppe weithin bekannt und unterwegs. Sie waren vor allem oft in Niederösterreich in Zelten und Veranstaltungshallen aufgetreten. Sie hatten daher auch genügend Erfahrungen bei Festveranstaltungen gesammelt, die sie bei den Besprechungen einbringen konnten. Nach eingehenden Gesprächen hat sich dann der Vorschlag von Reisinger Willi durchgesetzt, nämlich Säulen und darauf einen sogenannten Kranz zu betonieren, auf dem dann ein Dach und zwischen den Säulen eine Holzschalung angebracht werden sollten. Willi war auch der, der später diese Arbeiten geleitet hat und bei allen Schalungs-arbeiten anwesend war.
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Bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, musste zuerst der Garten geräumt werden. Dazu war es notwendig, die Kegelbahn und das sogenannte Lusthäusl zu entfernen. Auch der Garten war sehr uneben und auf der Südseite musste ca. 1,5m aufgeschüttet werden, um eine ebene Fläche im Ausmaß der Halle zu bekommen. Die Baggerarbeiten, die nicht wenig waren, wurden von der Firma Waldhauser gratis durchgeführt. Auch der Schottertransport war kostenlos.

Finanziert wurde der Bau durch die vielen Gönner der Feuerwehr, mit Spenden aus der Bevölkerung und einem Darlehen für das die damals jungen Feuerwehrkameraden des Kommandos trotz eigenem Hausbau als Bürgen aufgetreten waren. Aber ohne die Unterstützung durch die in Summerau heimischen Betriebe, allen voran das Transport- und Baggerunternehmen Waldhauser, dem Gasthaus Pröll (Schigl) und die Tischlerei Böhm wäre der Bau nie zustande gekommen.

Das für den Bau notwendige Holz wurde von den Bauern gespendet und konnte beim Böhm auf der Säge unter Mithilfe der Feuerwehrkameraden kostenlos geschnitten werden. Ein Hauptakteur war der „Sägemeister“ beim Böhm, der Pühringer Hans. Das geschnittene Holz wurde danach im Schigl Garten gelagert und später daraus die Binder im Schigl Garten unter der Leitung von Wagner Alois abgebunden. An einem Sonntag zu Mittag haben 52 Personen diese Binder, von denen jeder ca. 600 kg schwer war, in 2 Gruppen zu den betonierten Säulen getragen. Ursprünglich haben die Bauverantwortlichen geglaubt, dass die Firma Waldhauser, die zu dieser Zeit den ersten Kettenbagger der Marke Poclain bekommen hat, die Binder hinaufhebt. Herr Waldhauser hatte aber Bedenken. Da zur selben Zeit das Lagerhaus neu gebaut wurde und zufällig beim Bau ein Autokran in Summerau im Einsatz war, wurde der Kranfahrer gefragt, ob er nicht im Anschluss an die Arbeiten beim Lagerhaus die Binder hinaufheben könnte. Dieser sagte zu und hob diese in zwei Stunden auf das betonierte Rohgerüst. Die Firma Waldhauser war, wie bereits erwähnt, ein sehr großer Gönner beim Hallenbau und hat die Unkosten von 500,- Schilling für den Kran übernommen (Monatsverdienst eines angelernten Arbeiters zu dieser Zeit etwa 5.000,- Schilling).

Nachdem die Binder oben waren, wurde die ganze Halle an einem Samstag unter der Leitung von Kuhn Fredl und Wohlschlager Helmut eingedeckt. Zahlreiche Kameraden halfen dabei mit, sodass diese Arbeiten gleichzeitig die erste Belastungsprobe für das Dach war. Fast jeder Summerauer hat beim Hallenbau mitgeholfen. Besonders viel haben die Kameraden des Feuerwehrkommandos und des späteren Vereinsausschusses gearbeitet.
Aber eine Familie muss ich besonders hervorheben. Ohne die Familie Pröll (Schigl) hätte es die Halle nie gegeben. Sie haben das Grundstück für 99 Jahre vertraglich zur Verfügung gestellt und alles hat sich bei Ihnen rund ums Haus und im Haus abgespielt. Bei der Baustelle und bei den ersten Festen in der Halle gab es weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss und auch keine WC-Anlagen. Alles wurde vom Schigl zur Ver-fügung gestellt. Bei den Bauarbeiten wurden zu Mittag und nach der Arbeit von der Schigl Lotti die Sauschädl gekocht und in der Schigl Gaststube haben alle Helfer gegessen. Gesamt wurden während des Bauvorhabens 45 Sauschädl ausgekocht. Die Familie Schigl war und ist jetzt noch ein großer Gönner der Feuerwehr und des Vereins zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Summerau..
Bis zur offiziellen Eröffnung im September 1976 wurden 4500 freiwillige Arbeitsstunden gratis geleistet, um den Bau der Grenzlandhalle entstehen zu lassen.

Beim ersten Fest in der noch nicht ganz fertigen Grenzlandhalle am 3. und 4. Juli 1976 spielten die Summerauer-Buam. Es war eine bestens besuchte Veranstaltung. Man muss sich vorstellen, dass bei diesem Fest ein Reingewinn von 50.000 Schilling blieb. Scheint nicht so viel zu sein. Aber mit diesem Gewinn konnte der halbe Kredit gedeckt werden. Wie bereits oben erwähnt, war zuerst nur eine Überdachung mit Seitenwänden aus Holz geplant. Es hat sich aber bei den ersten Festen herausgestellt, dass der Sandboden in der Halle ein Problem war, da die Besucher sehr viel Staub aufgewirbelt haben und bei mehrtägigen Festen nach jedem Veranstaltungstag alles für den nächsten Tag wieder abgestaubt und geputzt werden musste. Dieser Zustand war eine besondere Herausforderung für das Reinigungspersonal, vor allem, wenn an einem Sonntag bereits am Vormittag eine Veranstaltung war. Aus diesem Grund wurde 1977 beschlossen, den Boden zu betonieren, was sich rasch als folgerichtige Entscheidung herausstellte, denn bereits ab Herbst 1977 wurde die Halle in den Wintermonaten für den Stocksport und für Tennis genutzt. Dazu wurde die Halle ausgeräumt, bzw. die Tische, Bänke und die Schank seitlich aufgestellt und mit Platten abgedeckt. Diese Sportmöglichkeiten wurden in den darauffolgenden Wintern neben den Summerauern und Summerauerinnen auch von zahlreiche Sportlern aus der Umgebung genutzt. Am 21. November 1976 wurde in weiterer Folge der Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Summerau bei der Herbstversammlung der Feuerwehr Summerau gegründet.

Kommandant und Hauptinitiator für den Bau der Grenzlandhalle war zu dieser Zeit Franz Apfolter, der auch dann Vorsitzender des Vereines wurde.

Es war ein besonderer Weitblick des damaligen Feuerwehrkommandos, diese Halle zu errichten. Man muss sich vorstellen, dass es in der ganzen Umgebung keine Räumlichkeiten gab, in der Veranstaltungen mit bis zu 1000 Besuchern abgewickelt werden konnten. Aus diesem Grund sind viele Vereine aus der Umgebung an die FF Summerau herangetreten, um in der Halle veranstalten zu dürfen. So gab es in den ersten 15 Jahren sehr viele Veranstaltungen in der Halle, mehrmals bis zu 16 Veranstaltungstage pro Jahr, einmal sogar 18 Veranstaltungstage mit den Schlecht-wetterveranstaltungen anderer Feuerwehren.

Das alles hätte die Feuerwehr Summerau aus rechtlicher Sicht nie durchführen dürfen und es gab bereits bei den ersten Festen Anzeigen von Neidern. Die Vereinsstatuten wurden von den damaligen Gemeindebediensteten Elmecker Otto und Kalupar Gottfried sehr vorausschauend erstellt, so dass der Grundgedanke zur Finanzierung der Feuerwehr Summerau auch heute noch gewahrt ist. Der Verein erhielt auch das Gast- und Schankgewerbe, womit zahlreichen Gegnern der Veranstaltungen die rechtliche Grundlage entzogen wurde. Als Geschäftsführer mit der Konzession fungierte zu Beginn Schigl Lotti, später Kapl Margarte und zuletzt Pröll Helmut. .
Nach und nach wurden die WC-Anlagen, die Küche, der Schießstand und später auch noch die Schnapsbar an die Halle angebaut. Die Grenzlandhalle wurde weithin bekannt und die Veran-staltungen waren meistens sehr gut besucht.

Dass die Halle eine Erfolgsgeschichte war und ist zeigt auch, dass viele namhafte Gruppen in der Halle auftraten. Zuerst natürlich die Summerauer-Buam, hier bei einem Auftritt um 1980. Später spielte dann auch die Mostdipfkapelle, das LigisterTrio mit Hias, Klaus und Ferdl, der kleine Fredy, die Sulmtalerdirndln, Happy`s, Brunner und Brunner und viele mehr. Hier war auch einer der ersten Auftritte des später bei uns so bekannten Sonnenhang-Express (SHE).

Um die Veranstaltungen in der Halle interessant zu gestalten wurden viele Attraktionen und Ideen verwirklicht. So wurde beim Eröffnungsfest ein Mini-Moped verlost, welches Sonnleitner Leopold aus Summerau gewonnen hat.
In weiterer Folge gab es beim Oktoberfest meist ein Auto zu ge-winnen, das von „Haiböck Sepp“ hergerichtet worden war. Weitere Attraktionen waren das “Stoahebn (165 kg)“, einige Miss-Wahlen, ein Boxkampf und ab 1984 gab es erstmals schöne oft bis zu dreißig Sachpreise zu gewinnen: sehr attraktive Reisen in der Umgebung, aber auch Flugreisen nach Barcelona, New York, Istanbul, Strand-aufenthalte und dergleichen. All das lockte viele Besucher an.
Die Halle wurde auch für Ausstellungen und dergleichen genutzt und war auch lange Zeit Garage für das Ölfahrzeug.

Bis Ende der 1980er Jahre waren die Veranstaltungen in der Grenzlandhalle gut besucht, dann gab es aber zwischenzeitlich einen kurzen Einbruch und man suchte nach weiteren Ideen. 1992 wurde von früher bis zu 16 Veranstaltungstagen im Jahr, auf drei Feste im Frühjahr und drei im Herbst mit Musik für die junge Generation umgestellt. Der Erfolg zeigte sich prompt und man wusste nicht mehr, was man tun sollte, weil zu viele Besucher zu den Veranstaltungen kamen. Es waren bis zu 1200 Leute in der Halle. Deshalb gab es nur mehr jeweils beim ersten Fest Flugzettel und Plakate. Trotzdem kamen immer noch so viele Leute. Eine Veranstaltung war da ohne Security nicht mehr abzuwickeln.

Für die Bewohner von Summerau wurde nach der Umstellung als Ersatz für die volkstümlichen Veranstaltungen der Dorfabend mit Theaterstücken und Dorfnachrichten in der Halle eingeführt. Auch diese Abende waren immer gut besucht.

Im Laufe der Zeit wurde die Halle stets um- und ausgebaut. So wurde die Schießbude aufgelassen für das Personal ein eigenes WC errichtet, Elektroinstallationen und die Notbeleuchtung erneuert, die Rundumbar gebaut, die Seidelbar errichtet, sowie die Schnapsbar und die Schank umgebaut.

Die Wände zwischen den Säulen mauerte man aus und in der Halle schuf man eine Abtrenn-möglichkeit. Schließlich gründete man noch ein Event-Team. Die Grenzlandhalle wurde in „Halle Summerau“ umbenannt.

Bei den Festveranstaltungen wurde von drei Veranstaltungen auf drei Themenfeste umge-stellt, je eines im Herbst und eines im Frühling. Bei diesen Veranstaltungen handelt es sich um die „White Night“ und das „Oktoberfest“, das beim Summerauerlauf abgehalten wird. .

Die Halle wird den Summerauerinnen und Summerauern im Fasching, sowie für Polterabende, Geburtstagsfeiern, Bewerbsgruppenübungen und Public Viewing als Dank für ihre Mithilfe zur Verfügung gestellt.

Für Aktivitäten und Umbauarbeiten in der Halle haben sich in den Jahren 2015 und 2016 freiwillige Helfer 77mal getroffen.

So kann abschließend festgestellt werden, dass die Halle Summerau eine Erfolgsgeschichte war und immer noch ist.

Fotos
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Bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, musste zuerst der Garten geräumt und die Kegelbahn und das sogenannte Lusthäusl entfernt werden. - Bildleihgeber: FF Summerau
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Vor der noch ziemlich neuen Halle ließ sich 1978 das Kommando der FF Summerau mit den zwei Ehrenkommandanten u. LFB fotografieren. - Bildleihgeber: Elmecker Otto sen., Summerau-Siedlung
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2015/16 wurde die Halle umgebaut und renoviert und schaut jetzt so aus. - Fotograf: Johann Lonsing, Summerau Mitte 23