Die Rainbacher Pfarrkirche.
Rainbach ist eine späte Rodungspfarre des ausgehenden 13. Jahrhunderts. Eine erste Erwähnung der Pfarrkirche und der Pfarre Rainbach ist in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1289 des Stiftes Hohenfurt in Südböhmen zu finden. Bei Grabungen anlässlich der Kirchenerweiterung 1969/70 wurden im ehemaligen Altarraum (heute Taufkapelle) Fundamente entdeckt. Es wird angenommen, dass hier zuerst eine Holzkapelle und dann eine turmartige romanische Kapelle stand. Aus dieser Zeit ist noch ein roher Kopf aus Granit an der südlichen Friedhofmauer erhalten.
Die erste gotische Kirche wurde um circa 1330 erbaut. Der seinerzeitige Altarraum mit dem steilen Kreuzrippengewölbe ist derzeit als Taufkapelle in Verwendung. Ein Teil des Langhauses bis zur Orgelempore sind Reste dieser früher bedeutend kleineren Kirche.
1506 wurde die Sakristei mit dem darunter liegendem ehemaligen Beinhaus dazugebaut.
Im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut und vergrößert. Hinzu kam auch der wuchtige Turm mit einem Keildach, der bereits 1663 mit Ziegeln eingedeckt wurde. Das Kirchendach jedoch trug bis ins zwanzigste Jahrhundert noch Holzschindeln. Der Kirchenraum wurde in ein vierjochiges, zweischiffiges Langhaus umgebaut. Das Kreuzrippengewölbe unserer Pfarrkirche ist etwas Besonderes. Es ist das älteste ohne Schlussstein im Mühlviertel.
1682 wurde an der Nordseite eine Marienkapelle erbaut, wo heute der 1969 errichte Kirchenzubau steht.
Im Jahr 1737 wurde in der Kirche ein barocker Hochaltar aufgestellt, von dem heute nur mehr die Sebastian-Statue erhalten ist. Sie ist an der Wand im Übergang zum Neubau zu sehen.
Im Jahr 1879 wurde der gesamte Kirchenraum neugotisch eingerichtet: die Fenster, die Altäre, die Kanzel, die Bänke und auch die kleinen Gegenstände: wie Leuchter und Rauchfass. Von dieser Einrichtung sind heute nur mehr die Kreuzwegstationen erhalten, die im rückwärtigen Teil des Altbaues zu sehen sind.
1963 wurden die von Margret Bilger entworfenen und in der Schlierbacher Glaswerkstätte gefertigten Fenster der Kirchensüdseite eingesetzt, zwei Jahre später folgten die Fenster der heutigen Taufkapelle.
In den Jahren 1969 und 1970 erfolgte die Kirchenerweiterung. Es gab zu wenig Platz für die circa 1.500 Kirchenbesucher an Sonn- und Feiertagen. Durch den Zubau konnten 500 Sitzplätze geschaffen werden.
Das ehemalige Langhaus, in dem früher die Gläubigen saßen, wurde nun Altarraum. Die Gestaltung des Altarraumes übernahm Peter Dimmel.
Im Jahr 1984 wurde eine neue Orgel auf der Empore aufgestellt. Sie besitzt 19 Register mit 1.268 Pfeifen. Errichtet wurde sie vom Südtiroler Orgelbauer Paolo Ciresa.
Fünf Glocken birgt der 26 Meter hohe „Zwicklturm“ der gotischen Pfarrkirche. Neben dem Bauwerk der Kirche sind die Glocken wegen ihres historischen Alters die wertvollsten Kulturgüter des Ortes. Die älteste Glocke ist die Friedensglocke. Sie wird nach Schätzung von Fachleuten circa auf das Jahr 1400 datiert. Sehr alt ist auch die große Glocke, die 1498 gegossen wurde. Sie hat einen Durchmesser von 124 cm, wiegt 1.334 kg und ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Die Hl. Maria ist auch die Schutzpatronin der Pfarre Rainbach. 2021 konnten für die im 1. Weltkrieg zwei eingeschmolzenen Glocken wieder zwei Glocken durch die Spendefreudigkeit der Ortsfeuerwehren und der Goldhaubengruppe neu gegossen werden, sodass wieder wie ursprünglich fünf Glocken im zur selben Zeit innen renovierten Kirchturm sind..
Am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, feiert die Pfarre das Patroziniumsfest.
Fotos
Verfasser
Großteils zusammengestellt von Stefan Eder (Vierzehn 27, 4261 Rainbach i. M.) nach Informationen aus dem Heimatbuch von Anton Sageder und ergänzt von Helmut Knogler (Labacher Str. 9, 4261 Rainbach)
Info
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Bitte überlegen Sie, ob Sie nicht auch ein interessantes Gebäude oder Bauwerk wissen, das Geschichte(n) erzählt. Vielleicht ist es gar Ihr Haus, in dem Sie wohnen. Wenn ja, dann bitte per WhatsApp mit dem Obmann Johann Lonsing 068181326125 oder dem Obmann-Stellvertreter Helmut Knogler 06802167484 Kontakt aufnehmen oder diesen anrufen.