Ehemalige Pisten in Summerau zum Schi- und Schlittenfahren

Ehemalige Pisten in Summerau zum Schi- und Schlittenfahren.

Fortführend zu unserem Beitrag „In der Kindheit Schi- und Schlittenfahren in Summerau“ in dieser Homepage, eine Auflistung von 17 namentlich in Erinnerung gebliebenen Schipisten und Flächen für Rodeln und Schlitten. Da früher zu Fuß zu den Pisten gegangen wurde, waren meist wichtige Kriterien für die Auswahl in folgender Reihenfolge: die Entfernung von zuhause, Frequentierung, Pisteneigenschaften und Schneesicherheit.

Basis für die folgende Kurzbeschreibungen mit Skizzen sind Interviews mit Zeitzeugen der 1920er und 1930er bis 1980er Jahre und eigene Erinnerungen.

Nr. 1) - Abfahrt Pfeifergraben:
Im Südosten vom Dorf, beim „Grünmoos“. Die längste, eine jedoch schmale Schiabfahrt auf schattigem Nordhang mit einem Übergang. Der Start war oben beim „Pfeifergraben“ und die Fahrt endete unten bei der Straße nach Schwarzenbach. Schön zu fahren, aber sehr weit vom Dorf entfernt, wurde sie hauptsächlich von Bewohnern des unteren Unterorts und des Bahnhofes befahren.

Nr. 2) - Bühin:
Ein Schigebiet südlich der Bahnstrecke mit zwei Pisten auf dem schattigen Nordhang der „Bühin“. Etwas weit vom Dorf entfernt, hauptsächlich von Bewohnern des Unterorts genutzt.

Die Viereckl Bühin im Westen, eine breite Piste ohne Übergänge. Stark frequentiert und optimal fürs Stangenfahren. 1979 bis 1981 Standort für den Schilift - siehe Beitrag in dieser Homepage (1).
Und der Bühin Graben im Osten, eine lange Abfahrt mit Sprung/Übergang – seltener befahren.

Nr. 3) - Hoiner Grabi:
Eine der Hauspisten der oberen Unterorter am Südhang von Summerau. Direkt hinter den Häusern beginnend, im „Schneiderbaun Grabi“ endend. Mit einigen Übergängen, einer fordernden Linkskurve und weiter unten auch mit dem Start der ersten Slalomrennen hinunter ins „Schneiderbaun Grabi“.Hier wurde oft täglich, auch von Schianfängern und mit Schlitten, gefahren. Wegen der Südlage jedoch nicht sehr schneesicher.

1982 bis 1984 und 1987 stand hier der Schilift – siehe Beitrag in dieser Homepage (1).

Nr. 4) - Schneiderbaun Grabi:
Die zweite Hauspiste der oberen Unterorter, am Südhang von Summerau. Direkt hinter den Häusern beginnend, den Einschnitt das „Grabi“ hinunter. Eine lange und breite Piste mit wenig Übergängen. Oben schön für Anfänger, in der Mitte jedoch schnell. Oft täglich von Kindern, Anfängern und geübten Schi- und Schlittenfahrern bevölkert. Links, auf halber Höhe, die Einmündung der „Kapl Böschung“ mit einer Sprungschanze. Wegen der schönen Südlage nicht sehr schneesicher.

1985 und 1986 wurde hier der Schilift betrieben – siehe Beitrag in dieser Homepage (1).

Nr. 5) - Bahnböschung:
Ein steiler, kurzer Slalomhang mit einem Übergang auf der nördlichen Bahnböschung, direkt gegenüber dem Auslauf vom „Schneiderbaun Grabi“. Von ehrgeizigen „Stangenfahrern“ aus Ober- und Unterort gerne befahren.

Nr. 6) – Schmied Berg:
Eine kurze, aber breite und steile Abfahrt vom „Schigl-Wirt“, südlich beim Schmiedhaus vorbei, in den weiterführenden „Fossenbaun Graben“ einmündend. Wurde von Schifahrern vom Ober- und Unterort viel befahren. Für Rodel- und Schlittenfahrer war die steile Dorfstraße nördlich vom Schmiedhaus „die Strecke schlechthin“. Kurz, aber mit zwei Kurven und immer eisig.

Nr. 7) - Fossenbaun Graben:
Eine längere mittelsteile Piste am Südhang von Summerau. Beginnend bei der Dorfstraße oder von noch weiter oben, hinter dem „Kreuzerhäusl“, überquerte sie die Straße und führte den „Fossenbaun Graben“ hinunter. Wurde von Schi- und Schlittenfahrern von Ober- und Unterort viel besucht. Ist fallweise oben auch heute noch Piste für Kinder mit Bob und Schlitten sowie für Schianfänger.

Nr. 8) - Rodelbahn Fossenbaun Weg in der Bühin:
Von der Winterolympiade 1964 inspiriert, am „Fossenbaun-Waldweg“ in der „Bühin“ errichtet. Weit entfernt, eine teilweise vereiste Rodelbahn mit einer Steilwandkurve. Start auf halber Höhe des Anstiegs und Auslauf unten auf der „Alten Bahn“ (Trasse der ehemaligen Pferdeeisenbahn – parallel zur Bahnlinie verlaufend). 1968 nach einem Unfall eingestellt.

Nr. 9) – Stadler Graben:
Eine der vier Schipisten am Südhang von Summerau, direkt hinter dem „Stadlerbaun“ hinunter ins „Grabi“. Eine breite, oben sehr steile Piste mit mehreren Startmöglichkeiten. In den 1970er und 1980er Jahren von Oberortern viel befahren. Wegen der Südlage jedoch nicht sehr schneesicher.

Nr. 10) - Auer Berg:
Das Haus-Schigebiet der Oberorter am Osthang von Summerau. Direkt hinter den Häusern, links und rechts vom „Auerberg Weg“ bis in die Kranklau. Von Schlitten- und Schifahrern immer stark besucht, für viele Summerauer auch der kürzeste Weg zur Schule nach Rainbach. Dabei wurde oft bis hinunter in die Kranklau gefahren und dort die Schier und Schlitten bis zum Heimgehen zurückgelassen. Links vom Weg gab es auch eine kleine Sprungschanze. Am „Auer Berg“ ist noch heute eine Piste für Schlitten, Bobs und Schianfänger.

Nr. 11) - Krenweg:
Der Südosthang am Auer Berg, beim Krenweg in Richtung Rainbach hinunter. Eine steilere und längere Abfahrt. Soll einmal Austragungsstrecke für eine Union-Schimeisterschaft gewesen sein. Wegen seiner Steilheit von geübten gerne befahren.

Nr. 12) - Glocker Berg:
Eine mittelschwere Piste am Nordhang des „Glocker Berg“, zwischen Labach und Summerau. Eher weiter entferntes Schigebiet für Labacher und Oberorter. Die Piste war oben steil und unten ohne Übergänge auslaufend.

1976 bis 1978 wurde hier der Schilift betrieben – siehe Beitrag Homepage (1).

Nr. 13) - Semmelhof
Vorher nicht Schigebiet der Summerauer, da vom Dorf zu weit entfernt und zu Freudenthal/Waldburg gehörend. Durch die Möglichkeit eines Stromanschlusses wurde jedoch östlich, direkt neben dem „Semmelbaun Haus,“ von 1973 bis 1975 der erste Schilift in Summerau betrieben - siehe Beitrag in dieser Homepage (1).

Nr. 14) - Tischler Berg:
Das Hausschigebiet der unteren Unterorter, am Nordhang hinter den Häusern „Tischler“ und „Gloisner“ zum Bach hinunter. Kurze, mittelschwere Piste, die von der Anwohnerjugend mit Schiern und Schlitten beinahe täglich befahren wurde. Die Piste wird fallweise noch heute mit Schlitten, Bobs und von Schianfängern genutzt. Tolle Schlittenabfahrten waren hier auch die steile Dorfstraße zum Bach hinunter.

Nr. 15) - Stamfest Berg:
Das weiter entfernte Schigebiet der Bahnhöfler, am Südhang des damals nur mit dem Stamfesthaus besiedelten Pirauberges. Oben beim Pirauwald beginnend, westlich vom „Baiernazn Bühel“ vorbei, hinunter ins Mitterfeld. Oben steiler und unten auslaufend, wurde es von der Jugend gerne mit Schlitten und Schiern besucht. Jedoch wegen der Südlage nicht sehr schneesicher. Hier wurde auch das erste Schirennen in Summerau mit exakter Zeitnehmung veranstaltet.

Nr. 16) - Geierhügel und Durchführung:
Der „Geierhügel“ war die Hauspiste der Bahnhöfler; sehr nahe den Wohnhäusern. Eine den Nordhang zum Bach hinunterlaufende breite Piste. Sie begann oben flach und wurde unten steiler mit einem Übergang. Für die Bahnhöfler Jugend der beinahe tägliche Treff, egal ob mit Schlitten oder Schiern. Eine besondere Attraktion waren auch die Schlittenfahrten im nahen unterirdischen Bachlauf, von Nord nach Süd quer unter dem ganzen Bahnhof durch.

Nr. 17) - beim Draht:
Eine der jüngeren Abfahrten. Bei der nach 1970 entstandenen Wohnsiedlung, nahe der Straße nach Rainbach, den Osthang hinunter in die Kranklau. Fallweise noch heute von Kindern und Anfängern mit Schlitten, Bobs und Schiern besucht. Mit Ausnahme einiger weniger Übungshänge für Kleinkinder und Anfänger werden heute diese Pisten nicht mehr genutzt.

Winter mit weniger Schnee und der bequeme Zugang zu großen Schigebieten mit künstlich beschneiten und präparierten Pisten neben tollen Liftanlagen, lassen den damaligen Winterspaß auf diesen Abfahrten, in Vergessenheit geraten.

Dazu weitere interessante Berichte in dieser Homepage:

Summerau
1930-1939
Fotos
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Auszug aus der Basiskarte DORIS interMAP mit Eintragungen von Ing. Johann Lonsing, Summerau Mitte 23, 4261 Rainbach im Mühlkreis
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Auszug aus der Basiskarte DORIS interMAP mit Eintragungen von Ing. Johann Lonsing, Summerau Mitte 23, 4261 Rainbach im Mühlkreis
Verfasser

Niederschrift aus 2026 nach Gesprächen mit Josef und Karl Kerschbaumm., Helmut Knogler, Manfred Pelnarsch, Johann Wagner Junior, Alois Wagner, Josef Zeindlhofer Junior und eigenen Erinnerungen.

Info

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